Anna Mabo & die Buben
AUF DICH
Was Anna Mabo denkt und dichtet und singt kommt wie ein Geschoß bei der Hörerin und beim Hörer an. Aber niemals geht solche Klarheit auf Kosten der Poesie: Die Songs nehmen Abzweigungen, legen falsche Spuren. Doch am Ende ist man das, was der Angelsachse zu aufgeklärt sagt: enlightened. – Ernst Molden über ihr erstes Album
- Vocals, guitar Anna Mabo
- Cello Clemens Sainitzer
- Drums, electronics Alexander Yannilos
AUF DICH
Ich baue
Auf dich
Ich vertraue
Auf dich
Ich wette all mein Geld
Auf dich
Ich warte (schon seit stunden)
Ich bin (immer noch) böse
Ich hebe mein Glas (und trinke)
Auf dich
Auf dich.
Auf dich kann vieles passieren, vorausgesetzt es gibt ein DU das ich zulasse
und vorausgesetzt ich halte die Lücke aus, die vor „auf dich“ steht, um der Begegnung
die Freiheit zu lassen, die sie braucht, um Beziehung zu werden.
Vorausgesetzt ich halte die Ungewissheit aus, die mit der Zukunft spazieren geht,
damit aus ungewisser Zukunft ein Nachmittag am Donaustrand mit Worttüftel und
gerösteten Maiskörnern werden kann.
Irgendwas wird immer passieren, oder zumindest immer wieder, immerhin.
Immerhin immer wieder irgendwas. Alles ist irgendwas.
Wie gut, dass auf Italienisch sowohl 'Hallo' als auch 'auf Wiedersehen' Ciao heißt. Es geht also um Abschiede und Anfänge, die meistens ein und dieselbe Sache sind. Es geht darum, das Ende so liebevoll begrüßen zu lernen, wie den Anfang, und die Ungewissheit und das Dunkel nicht als Hindernis zu begreifen, sondern als Anlass für die Suche nach dem nächsten Lichtschalter (oft stellt sich heraus, dass die Zukunft mit Bewegungsmeldern ausgestattet ist. Um Licht ins Dunkel zu bringen, reicht es also oft, eine Hand zu heben und zu winken, oder zu tanzen).
Ich freu mich.
Auf dich.
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